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Also, ich hab seit ich zwölf bin, jahrelang die Canon-Reihe gehabt: AE1 Programm, T70, EOS10, EOS10D usw. Eigentlich dachte ich, dass ich Canon-treu bin. Aufgehört hat's, als ich auf 10d umgestiegen bin - saumiese Qualität, noch schlechterer Service.
Canon hat sich insgesamt zu sehr amerikanisiert. Slogan: [Cänon ju cän] (Lautsprache) - mir geht es auf den Sack, dass eine japanische Traditionsmarke - Quanon - auf einmal amerikanisch gesprochen wird. Das ist für mich stellvertretend für die Entwicklung a) der Traditionsmarke Canon und b) der Fotografie insgesamt.
Lass mich erklären:
b) zuerst, weil da mein allergrößter Frust drinsteckt: als ich vor 22 Jahren meine erste Kamera in der Hand hatte, war Fotografie noch etwas Besonderes. Man hat ein bild gestaltet, man hat sich Mühe gegeben, dass die Belichtung stimmt, usw. Das Ergebnis hat man erst gesehen, wenn man den Film vom Fotografen abgeholt hat. Wenn das Bild schrottig war, gab's erstmal nichts zu reparieren. Das Negativ war halt so. Heute kann sich jeder für 100,00 Euro und weniger eine Digi-Knipse kaufen. Folge: bei einer Hochzeit werden nicht mehr Leute aktiviert, die ihr Handwerk verstehen, sondern man drückt "Onkel Heinz" eine Billig-Knipse in die Hand und sagt "Mach du mal". Da ein Bild nichts mehr kostet, macht man ein bild mehr als ncoh mit Film, weil "man kann ja nachbearbeiten" und außerdem "was nichts ist, kann man ja noch löschen". Schau Dir die Bilder in FC oder MK mal genauer an. Die wenigsten beschäftigen sich wirklich mit Bearbeitung, so dass die "bearbeiteten" Bilder im besten Fall lausige Panschereien von verschiedenen Filtern sind. Genauso unkritisch wird später gelöscht ... bzw. nicht gelöscht. Nahezu 99 % aller Bilder im Internet könnten rückstandslos gelöscht werden, ohne dass man es als Verlust empfinden würde. Trotzdem werden in diesen Communitys diese Bilder hcohgejubelt. Warum? Sämtliche Communitys leben nach dem Grundsatz "Lobe, um gelobt zu werden". Also postet man nette Stats zu irgendwelchem Sch*** und stellt begeistert fest, dass die eigenen Bilder ja doch ganz gut ankommen. Die Qualität der Bilder nimmt rasend ab. Umgekehrt steigt die Geltung jener Fotografen, die zwar schlechte Bilder liefern, aber eine große Klappe haben.
Eine Folge der unkritischen Fotografie wirst Du merken, wenn Du versuchst, Portrait-Fotografie zu betreiben. Die "Konkurrenz" ist enorm. Frag beispielsweise ein Einsteigermodel (die im Zweifel weiblich sein wird), ob sie Dir auf Basis tfp Model steht. Du wirst feststellen, dass sie ablehnt, weil sie zig Angebote bekommen hat, wo man ihr Geld anbietet. Frag genauer nach, und dann sind das Angebote von den Fotografen, die ich einen Absatz vornedran beschrieben habe. Vor wenigen Jahren war's noch so, dass Einsteiger erstmal Erfahrung sammeln mussten, sich eine Sedcard mit Bildern verschiedener Fotografen aufgebaut haben, bevor sie überhaupt an Geld gedacht haben. Heute lassen sie sich gleich bezahlen, überspringen das "Erfahrung-Sammeln" und tauchen innert kürzester Zeit wieder ab. Kein Coaching - keine Motivation - keine Leistung. Man kann sehr gut nachvollziehen, welches Model Interesse an Fotos hat, und welches Model nur wegen dem Geld posiert. Wenn ein Model noch nicht einmal natürlich in die Kamera lächeln kann, lässt das sicher Rückschlüsse auf ihre Ambitionen zu. Man kommt an dieser Stelle schnell wieder bei den Lobe-Gemeinschaften an, und ich muss das wiederholen, was ich oben geschrieben habe.
Kurz: der Weg der Fotografie - ich kann nur für den Portrait-Bereich sprechen - ist vorgezeichnet: gute Fotos werden an Stammtischen gemacht.
zu a) "Cännon" hat sich nach meiner Beobachtung zu sehr diesem Trend unterworfen. Von der alten Tradition ist heute nicths mehr übrig. Heute gilt auch bei Cännon: Geld schaufeln, technisch unausgereifte Produkte zu überhöhten Preisen auf den Markt schmeißen, am Service sparen usw. Cännon entspricht heute nicht mehr dem serviceorientierten japanischen Quanon - Canon - mit technisch ausgereiften Produkten sondern es entspricht dem amerikan. Grundsatz "MAKE MONEY. MAKE MORE MONEY. MAKE OTHER PEOPLE PRODUCE SO AS TO MAKE MORE MONEY"
Ich selbst fotografiere heute mit der Nikon D200 und bin damit sehr glücklich, weil Nikon wesentlich mehr Funktionen anbietet, bessere Qualität anbietet und vor allem das Rauschverhalten besser ist. Und das ist mehr, als ob man zu Burger King oder McDo geht
Vielleicht ein Hinweis: wenn Du Dir eine DSL-Ausrüstung zulegen möchtest, solltest du weniger auf den Body achten, sondern Geld in Objektiven investieren. Der Chip ist bei den meisten Kameras eh gleich. Ein gutes Bild wird durch die Optik - also Objektive - gemacht: Lichtstärke, Verzerrung usw. - das sind die Kriterien, auf die Du achten solltest. Gute bilder erzielt man am ehesten mit Objektiven, die eine Festbrennweite haben. Ein Objektiv mit Brennweite 28 bis 200 leistet niemals das, was ein Objektiv mit Festbrennweite leistet - das mal so als grobe Faustregel.
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