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 Parties + Konzerte - Rückblick
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2001 Offline


Beiträge: 14


09.04.2009 13:30
#16 RE: Zillo-Party 21.03.09 Zitat · antworten

Vielleicht können wir ja alle nichts dafür...... Hier zwei Zitate (primitiverweise aus Wikipedia):

„Wenn man sich heute in vielen Clubs bestimmte Songs wünscht, dann wirst du oft dumm angeguckt. Ich habe manchmal das Gefühl, dass man, wenn man sich der ursprünglichen Bewegung zugehörig fühlt, heute sehr verloren ist. [...] Und zwei Stunden lang Gestampfe mit verzerrten Vocals würde mich wahnsinnig machen. Ich meine, es hat in der Steinzeit mit solchen stumpfen, hämmernden Klängen angefangen und jetzt sind wir wieder dort angelangt. Das spricht doch Bände.[141]“

– Tilo Wolff, Musiker, ehemaliger DJ und Labelinhaber, 2005

„Bei vielen Events der letzten Monate beschlich mich immer mehr das Gefühl, die falsche Person am falschen Ort zu sein. [...] Unheilig, Combichrist, Tumor und all die anderen sind also auch über unserer »schönen ewigen Insel« hereingebrochen. In Berlin haben wir aber noch ein anderes Problem: Den streng kommerziell arbeitenden Club K17, der mit Gratis-Events mit bis zu fünf Floors hier in den letzten Jahren viel Untergrundkultur kaputt gemacht hat und damit leider auch besagte Schrott-Bands massiv etabliert hat.[142]“

– Uwe Marx, DJ, Journalist und Musiker, 2006

Zenobit Offline


Beiträge: 42

09.04.2009 15:17
#17 RE: Zillo-Party 21.03.09 Zitat · antworten

Die Dinge die du beschreibst sind aber ein Allgemeines Szene-Problem.
Jede Szene bzw. Subkultur ist irgendwann einer Kommerzialisierung ausgesetzt, das war schon immer so.
Problem bei der ganzen Sache ist, dass ein Club sich irgendwie halten muss, da da auch Jobs und Existenzen dran hängen.
Das Ganze muss bei aller Szene-Liebe auch wirtschaftlich bleiben.

Wenn man sich zB diverse ehemalige Fanzines, die sich jetzt eher Musikmagazine nennen anschaust, werden die auch immer kommerzieller, bestehen zu immensen Teilen aus Werbung und die Plattenkritiken richten sich auch irgendwo danach, welche Labels und Plattenfirmen die meisten Werbeanzeigen in betreffendem Blatt schalten (Eine Hand wäscht die Andere).
Da wird natürlich auch viel Schrott nach oben gepusht, der sich seine eigene Zielgruppe schafft und viel Gutes geht unter.

So ...

Der nächste Punkt ist, dass sich innerhalb einer Szene auch sowas wie ein musikalischer Mainstream entwickelt und dass der seltener etwas mit wirklicher Qualität zu tun hat ist irgendwo auch logisch. Das kann man als einzelner 08/15-Grufti natürlich ignorieren und boykottieren, ist kein Problem, denn niemand zwingt einen den Schrott zu kaufen.
Bei Clubbesitzern bzw. dem DJ sieht das schon anders aus, denn irgendwo müssen die Einnahmen ja herkommen.

Bevor es jetzt wieder heisst "Jaja ... die raffgierigen Clubbesitzer, nur auf Kohle sind die aus":

Ein Club der kein Geld bringt, schließt irgendwann.
Da hat dann wirklich niemand mehr was von.

So ... aber warum muss ein Club nun ein Mainstreamprogramm haben?
Ich wiederhole da gerne nochmal einen Satz, den ich in einer solchen Diskussion öfter gerne mal bringe:

Musik wird für die Leute gemacht, die auch vor Ort sind.

Bedeutet in etwa Folgendes:

Wäre das Publikum im Shadow zum Großteil KEIN Mainstreampublikum, würde aber brav jeden Samstag auftauchen, würde da über kurz oder lang auch kein Mainstream oder nur wenig davon laufen. Da machts aber die Masse.
Es sind garantiert jeden Samstag ein paar Leute mit einem Non-Mainstream-Musikgeschmack vor Ort.
Problem ist nur: es sind zu wenige.
Würden sie die Mehrheit darstellen wäre es anders.

Und DJ Dalecooper gibt sich trotzdem immer Mühe, dass jeder mal was hört, was er gerne hört.
Das kenn ich noch aus meiner Zeit als Gast, ich musste es nur auf die Wunschliste schreiben.

Also ist die Situation auch nicht ganz so negativ wie sie gezeichnet wird.
Abgesehen davon gibts ja für einige spezielle Musikliebhaber entsprechende Nischenparties, natürlich auch bei uns.
Dass wir bei 30-40 verschiedenen Musikgenres innerhalb der Schwarzen Szene nicht jedem Geschmack damit abdecken können, dürfte aber auch klar sein.



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"Rednecks kicked the shit out of punks, punks kicked the shit out of mods, mods kicked the shit out of skinheads, skinheads took out the heavy metal guys, and the heavy metal guys beat the living shit out of the new wavers.
And the new wavers did nothing ... they were the new Hippies!" (Stevo in "SLC-Punk")

soundcrasher Offline


Beiträge: 32

09.04.2009 20:03
#18 RE: Zillo-Party 21.03.09 Zitat · antworten

Schade, 2001, dass du - anstatt uns deine Meinung mitzuteilen, nur Zitate gepostet hast.

Um ehrlich zu sein: was ein Herr Wolff oder ein Herr Marx über die Szene sagt, ist uns oben auf der DJ-Kanzel herzlich egal.
DU aber bist der Gast im Shadow, also teile uns bitte DEINE Meinung mit, denn nur so können wir versuchen, deinen Wünschen zu entsprechen.

Ansonsten gebe ich Zeno vollkommen recht.

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"Music Forever" says The Soundcrasher DJ

Dates & Playlists @ www.soundcrasher.de

frechesLilli Offline


Beiträge: 125

10.04.2009 20:18
#19 RE: Zillo-Party 21.03.09 Zitat · antworten

Doch genau das lese ich daraus 2001. Engstirnigkeit!
Dinge sind immer im Wandel.
Und auch ich gebe Zeno hier vollkommen recht.
Sorry, wenn ich zu "mainstreamig" bin, aber vielleicht war genau das der Grund, dass der besagte Zillo-Abend halt nicht den Geschmack von vielen getroffen hat, sondern nur von Einzelnen. Deshalb haben auch so viele den Laden verlassen. Aber auf Dauer ist das nicht finanzierbar. Kannst Dich ja gerne mal erkundigen, welche Zahlungen so nen Laden zu leisten hat, ausser dem Personal.
Ich für meinen Teil habe sicherlich auch ein paar Dinge, die ich gerne dort mal hören würde, aber da es nicht die breite Masse abdeckt, beschränke ich mich dann darauf es zu Hause zu hören, oder Clubs aufzusuchen, die andere Möglichkeiten haben.

Und die Nummer mit guter und schlechter Musik, sorry, aber die ist ja wohl vollkommen daneben. Die Diskussion hatte ich vor 15 Jahren schon mit meinem Opa, der Geigenlehrer war und Vertreter für Jungend musiziert. Das hatja wohl was mit dem eigenen Geschmack zu tun.
Oder wollste hier Gott spielen, der das Recht hat uns zu sagen, was da gut oder schlecht ist?

2001 Offline


Beiträge: 14


15.04.2009 09:57
#20 RE: Zillo-Party 21.03.09 Zitat · antworten
Bin seit 1984 in der Szene....STOP......habe keine Lust mich mehr zu ärgern....STOP.......um Qualität zu beurteilen, muss man Qualität kennen..........STOP.......die, die im Shadow nur rummeckern, sollten hier nicht ihre Fähnchen in den Wind drehen...........STOP....war jahrelang nicht im Shadow und werde jetzt wieder mal "umziehen"

@Jan: Hast sicher nicht unrecht, aber wer ging zuerst? Die Qualität oder die Szene?
Booster Offline


Beiträge: 21

15.04.2009 15:46
#21 RE: Zillo-Party 21.03.09 Zitat · antworten

Mit seit 1984 in der Szene soll mir was sagen? Das du weißt wo es heute langgehen muss? Und alle anderen nicht? Entschuldige, aber die breite Masse einer Szene entscheidet wo es hingeht. Ob es einem gefällt oder nicht sei da mla dahingestellt.

Das mit der Qualität stimmt überall....AUßer wenn es um Musik geht. Es gibt keine gute oder schlechte Musik. Es gibt bei sowas nur den eigenen Geschmack. Entweder mag ich was oder nicht. Ich höre lieber x statt y. Deshalb ist y aber nicht schlecht. Ich mag es schlichtweg nicht.
Man kann an einer solchen Stelle nicht mit Qualität kommen. Mal gefällt es einem mal nicht. Und warum sollte dein Geschmack der Weisheit letzter Schluss sein und drauf gehört werden, wenn die breite Masse nunmal anders denkt.
Eine Disco, ein Radiosender, ein Label etc. müssen auch ihre Rechnungen bezahlen und im Idealfall Gewinn machen. Also muss es nach der breiten Menge gehen. Fertig aus....
Zudem: Es zwingt dich keiner irgendwo hinzugehen. Kritik ist ja echt mal ok, dann aber bitte mit Argumenten, freundlich und auch mal einsehen, wenn ein Punkt von einem schlichtweg GAR KEINEN Sinn macht. Wenn es dich ärgert, dann komm nicht, oder such deine Abende in Zukunft gewählter aus. Ich geh auch nicht mehr auf jeden Shadowabend wo ich vielleicht früher war, weil ich danach immoment nicht das Bedürfnis habe. Aber für mich ist das ok.

Wenn du in einen anderen Club umziehen willst, dann dort viel Spaß! (Meine das nicht ironisch oder so)


Diese Meckerei ist doch echt Mist. Eine Szene und überhaupt alles entwickelt sich immer weiter. Wer da auf der Stelle stehenbleibt, darf sich am Ende aber nicht beschweren, dass dann alles anders ist und er kein Gehör mehr bekommt. Der Stehengebliebene muss dann leider Gottes damit leben, was er hat.

Zenobit Offline


Beiträge: 42

15.04.2009 22:34
#22 RE: Zillo-Party 21.03.09 Zitat · antworten

Zitat von 2001
@Jan: Hast sicher nicht unrecht, aber wer ging zuerst? Die Qualität oder die Szene?


Gute Frage.
Sagen wir so, es gibt nur das, was gekauft wird, also wofür es einen Markt gibt.

Im Umkehrschluss hat sich also die Szene zuerst geändert und zwar in der Hinsicht, dass sie nach Außen offener wurde und der Zugang zu ihr vielen Leuten leichter fiel. Dazu haben diverse Chartsplazierungen diverser Bands (Rammstein,Wolfsheim,Oomph etc.) und die begleitende Vermarktung ihr Übriges getan.

Dadurch bekamen viele Leute Interesse an der Sache, die sonst womöglich nie davon erfahren hätten oder damit nichts hätten Anfangen können.
Die "Neuen" glaubten also zu wissen, was die "komischen leichenblassen Vögel" so hören und begannen den Kontakt zu suchen bzw. deren Diskos auf-zu-suchen.

Die Szene bestand nun also nicht mehr nur überwiegend aus Hardcore-Goten, sondern auch aus ... sagen wir einfach mal "Kommerzgoten" (also kommerziell geprägte Schwarzmusikhörer).
Ein weiterer Effekt war, das neue Genres ins Musikspektrum der Szene Einzug hielten ... Metalorientierte Zb (Type o Negative, stilistisch gewandelte Paradise Lost, etc.).

(Zwischeninfo:
Für die, die die 80er nicht miterlebt haben:
Goten und Metaller waren mal "Erzfeinde" bzw. man hat als Gote schon mal derbe Prügel riskiert, wenn man in einem Metalschuppen aufgetaucht ist. Heute passiert einem das eher nicht mehr. Das war ähnlich wie heute mit den "Emos".)
Der finale Todesstoß der "ursprünglichen" Szene fand dann im Einzug von Szeneklamotten-ähnlichen Kleidungsstücken in das Sortiment bekannter Modeketten und Pseudo-schwarzgefärbter Popmusik statt (La Fee, Nu Pagadi und zuletzt beispielsweise Eisblume etc.).

Die Goten sahen sich nun einem großen Teil von Leuten ausgesetzt, die über die Szene, ihre Geschichte und die Musik faktisch nur wenig wussten, das Ganze nicht ganz so Bier-ernst nahmen oder wahlweise jedes Klischee lebten, auf dass sie traten.
Das Ganze hinterließ natürlich Spuren und es gab mehr Leute, die mit eher "weniger" zufrieden zu stellen waren (musikalisch zB).
Dadurch gab es natürlich auch ein Publikum für (wirklich vorsichtig ausgedrückt) "weniger anspruchsvolle" Klänge.
Den Rest kennt man ja.

Jetzt kam aber der größte Fehler der Ur-Goten:

Sie begannen zu großen Teilen motzend aus den Clubs zu verschwinden und sich bestenfalls auf entsprechenden Nischenparties zu tummeln.
Dadurch entstanden folgende Probleme:

1. Die heutigen "Frischlinge" sozialisieren sich nur noch über Leute die ähnliche Musik wie sie selbst hören, weil ihnen die entsprechenden Leute als "Mentoren" und oft auch das Interesse fehlen, sich mit den Ursprüngen der Szene und damit auch mit anderen bzw. älteren Musikstilen zu beschäftigen.
Wie auch, wenn niemand da ist um sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

2. In den Clubs zog allmählich *verzeihung* immer mehr billig produzierter Plastikschrott in die Playlisten ein, denn wie ich immer schreibe: "Musik wird für die Leute gemacht, die vor Ort sind".
Und ich bin schon der Meinung, dass es gute und schlechte Musik gibt.
(*seufz* was waren das noch für Zeiten, als wir uns "nur" über "Weiberelektro" aufgeregt haben ... )

Nicht alles was sich gut verkauft, ist auch gut.
(Das sieht man schon an diversen Klingeltönen, bei denen ich mich jedesmal frage, wie man nur Geld dafür ausgeben kann.)

3. Die geflohenen Ur-Goten boykottierten ihre ehemaligen Stammläden, weil da jetzt nur noch "schlechte Musik für komische Leute" lief, was die Szene meiner Meinung nach endgültig in Ur-Szene und Neu-Szene spaltete.

Das Problem, dass ich da sehe ist, dass die Szene (Also die "Neu-Szene")an sich immer oberflächlicher und ... sagen wir "wässriger" werden KÖNNTE.
Aber keine Ahnung wie das endet.

Fakt ist aber, dass ALLEINE durch Meckern nichts besser wird und wenn man freiwillig das Feld räumt (wie die Ur-Goten), macht man automatisch Platz für andere Entwicklungen.

Dabei gibt es auch viele gute neue Musik, teils von alten, teils von neuen Bands.
Das Problem in den Clubs ist aber, dass in ihnen das Publikum dafür fehlt, weil es entweder (wie die Ur-Goten) "geflohen" ist, oder damit nichts anfangen kann (wie die Neu-Goten).

Wenns nach mir ginge, sollte die "Alte-Säcke-Fraktion" (die "Ur-Goten") gesammelt mal den Arsch hochkriegen, und statt zu Motzen lieber wieder AKTIV vor Ort sein und die Szene wieder AKTIV mitgestalten.

Das würde zwar den Ur-Zustand sicher nicht wieder herbeiführen, aber für eine vermutlich bessere Mischung aus ALT und NEU sorgen.
Man hätte dann auch mal wieder sowas wie einen "Dialog" zwischen verschiedenen Generationen und Fraktionen.
Und DA hätten wirklich alle was von, davon bin ich überzeugt.

Solange das aber nicht stattfindet, wird sich das Ganze vor allem in der Clubkultur weiter in Mainstream- und Nischenmusik bzw. in entsprechende Parties aufspalten.

My 2 Cents.





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And the new wavers did nothing ... they were the new Hippies!" (Stevo in "SLC-Punk")

dalecooper Offline


Beiträge: 753

16.04.2009 04:06
#23 RE: Zillo-Party 21.03.09 Zitat · antworten

Hier melde ich mich auch mal, nehmt mir nicht überl, wenn ich nicht alles lese..es ist spät...
Nur ein paar Worte zum Thema "Kommerz" und Szene:
Klar hat sich die Szene anders entwickelt, es sind seit Mitte der neunziger bereits viele
Einflüsse von anderen Musikrichtungen dabei. Aber...kommerzieller ist es dadurch für mich nicht geworden,
ich sehe nicht unbedingt mehr Besucherzahlen als früher, oder? Wie heutzutage Oomph! belegten die Sisters, Cure
und Konsorten seinerzeits zur VÖ die Chartpositionen und das wesentlich massiver als der schnelllebige
aktuelle Markt, bei dem ASP breits nach 3 Wochen wieder verschwunden ist....
Und das in der Szene mal ein Charthit läuft, gab es auch in den 90ern...Selbst im Zfall konnte man Faithless hören...
Wenn Ihr diese Szene "Kommerz" nennt, dann schaut Euch mal die Charts an oder hört mal Radio...
da wünsch ich mir echt die 80er zurück...aber das schweift nun zu sehr aus..ich geh ins Bett

Ach ja eins noch: Die fortgeschrittene Technik bez. musikalischer Aufnahmen hat sich schliesslich
auch weiterentwickelt, sprich in Sachen Sound und Mixing ist der Anspruch höher...
Kommt heute ne Band mit nem 90er Sound, gelten sie als "schlecht produziert" und werden sofort verrissen
und hat Demo-Charakter...

Zenobit Offline


Beiträge: 42

16.04.2009 16:03
#24 RE: Zillo-Party 21.03.09 Zitat · antworten

Zitat von dalecooper
Hier melde ich mich auch mal, nehmt mir nicht überl, wenn ich nicht alles lese..es ist spät...
Nur ein paar Worte zum Thema "Kommerz" und Szene:
Klar hat sich die Szene anders entwickelt, es sind seit Mitte der neunziger bereits viele
Einflüsse von anderen Musikrichtungen dabei. Aber...kommerzieller ist es dadurch für mich nicht geworden,


Geht, je nachdem worauf man es bezieht.
Ich sehe dass ja nicht zwingend nur bei Musik so.

Heute kannst du als Hersteller mit dem Etikett "Gothic" eine Menge Artikel (nicht nur Musik) recht gut verkaufen. Das kommt nicht zwingend aus der Szene selbst ist aber Fakt, denn die Szene ist mittlerweile so groß, dass sie als Zielgruppe bzw. Käuferschicht entdeckt wurde.

Dass Fanzines, die früher nur in kleiner Auflage erschienen und kaum Werbung enthielten sich mittlerweile in Hochglanzqualität und mit sehr viel Werbung präsentieren spricht meiner Meinung nach auch für sich.
Auch hast du jetzt in jeder größeren Stadt mindestens einen Gothic-Shop und in jeder zweiten einen Laden, der mindestens an einem Tag in der Woche entsprechende Musik spielt.
Auch gibt es etliche Versände, die einen überteuert und eher bekannt, die anderen weniger bekannt und weniger teuer aber existent.
Von diversen Festivals ganz zu schweigen, die es auch nicht immer gab.

etc.

Das ist bis jetzt noch nicht wertend gemeint, zeigt aber deutlich, dass man heute mit der "Szene" mittlerweile ganz gut Geld verdienen kann, der eine mehr der andere weniger.

Das hat natürlich den Vorteil, dass es jetzt viel leichter ist seine Klamotten und seine Musik irgendwo zu beziehen, teils auch für wenig Geld. Den Kram bekam man nicht immer an jeder Straßenecke hinterher geschmissen.
Natürlich ist das auch sehr praktisch und muss nicht zwingend nur als Scheiß-Kommerz gewertet werden.
Aber wo viel Angebot herrscht, gibt es eben auch viel Schrott, Firlefanz und Zeug, mit dem einem nur das Geld aus der Tasche gezogen werden soll, das ist immer so.

Zitat von dalecooper
ich sehe nicht unbedingt mehr Besucherzahlen als früher, oder? Wie heutzutage Oomph! belegten die Sisters, Cure
und Konsorten seinerzeits zur VÖ die Chartpositionen und das wesentlich massiver als der schnelllebige
aktuelle Markt, bei dem ASP breits nach 3 Wochen wieder verschwunden ist....


Richtig, aber die Sisters und Cure entwickelten sich trotz Charthits oft musikalisch positiv weiter, auch wenn das nicht alle so sehen.
Gerade bei The Cure gibt es eine große Gruppe an Fans, für die die Band ab einem gewissen Album gegessen war (mir fällts grad nicht ein.), weil sie es als zu kommerziell betrachteten.

Da ist Oomph als ein gutes Äquivalent zu nennen, was die mittlerweile abliefern, ist für mich auch nicht mehr Oomph.

Und das witziger Weise, obwohl ich die Cure-Fans, die sich abgewandt haben nie verstanden habe, denn ich finde das Onkel Smith und Konsorten noch immer kontinuierliche Qualität abliefern, auch wenn sie jetzt anders klingen.


Zitat von dalecooper
Und das in der Szene mal ein Charthit läuft, gab es auch in den 90ern...Selbst im Zfall konnte man Faithless hören...
Wenn Ihr diese Szene "Kommerz" nennt, dann schaut Euch mal die Charts an oder hört mal Radio...
da wünsch ich mir echt die 80er zurück...aber das schweift nun zu sehr aus..ich geh ins Bett


Ein weiteres gutes Beispiel war zB Jimi Tenor mit "Take me Baby" ... da hab ich auch immer sehr gerne drauf getanzt.
Da war Kommerz also auch nix Schlechtes. Da gibt es auch weitere gute Beispiele, Prodigy zb.

Die Frage ist nur ob man das bei "Nackig" von Düse und "Lass uns Tanzen oder f*****[...]" von Scooter genau so sehen muss.
(Wobei ich Scooter als Trash noch ganz witzig finde ...)

Es kommt ja auch immer darauf an WELCHER Charthit auf einmal in schwarzen Clubs läuft.
Das ist der eigentliche Diskussionspunkt.

Zitat von dalecooper
Ach ja eins noch: Die fortgeschrittene Technik bez. musikalischer Aufnahmen hat sich schliesslich
auch weiterentwickelt, sprich in Sachen Sound und Mixing ist der Anspruch höher...
Kommt heute ne Band mit nem 90er Sound, gelten sie als "schlecht produziert" und werden sofort verrissen
und hat Demo-Charakter...


Wie gesagt, ich finde es gibt auch durchaus gute moderne Sounds.
Das meiste was ich an neueren Sounds bemängele, verurteile ich nicht unbedingt wegen der Produktion, sondern wegen der inhaltlosen billigen Texte und der lieblos komponierten Musik darunter.

Bestes Beispiel sind da für mich Agonoize und ich hab weissgott nichts gegen harte elektronische Musik.
Aber jeder Songwriter, der sich allein mit Gitarre auf die Bühne setzt, fabriziert da ohne jegliche "Produktion" bessere Musik.

Mag zum Teil auch Geschmackssache sein oder ich bin einfach zu alt für den Scheiß ...

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"Rednecks kicked the shit out of punks, punks kicked the shit out of mods, mods kicked the shit out of skinheads, skinheads took out the heavy metal guys, and the heavy metal guys beat the living shit out of the new wavers.
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