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Echt mal ein Tread mit Tiefe... Obwohl ich jetzt stark auf die 30 zugehe, fällt es mir wirklich schwer darauf zu antworten.
 ...Und je länger ich darüber nachdenke, desto alberner klingt jeder Versuch es zu formulieren. Das einzige was ich sagen kann ist, dass ich mittlerweile ein Lebensbejahender Mensch bin und das ich dass definitiv nicht immer war. Und ich kann auch erzählen, was mich dahin gebracht hat. Mal sehen, wie der Versuch wird.... Ich hab verdammt lange unter den typischen, pupertären Depressionen und Elternproblemen gelitten (dem verdanke ich meinen exquisiten Musikgeschmack ), ich wollte eigentlich immer sterben. Seit meinem 13. Lebensjahr. Grund war Weltschmerz. Feigheit war vermutlich der Grund warum ich mir nicht die Pulsadern oder so aufgeschnitten habe, sondern dennoch artig funktioniert habe, bis ich tatsächlich kurz vor einem Happy End stand: Schule fertig, guten Ausbildungsplatz, neue Leute, die etwas positver eingestellt waren. Endlich weg von zu Hause. Sprich der ultimative Punkt, an dem jeder sich in irgendeine Richtung entscheiden kann glücklich zu werden. Ich fand es aber "besser" weiterhin depressiv zu sein und über jeden Scheiß zu jammern anstatt was zu ändern. Das ging dann soweit, dass mein Psychostress mich krank gemacht hat. Mit 20 durfte ich für 1 Jahr in die onkologische Abteilung in Bonn. Ich hatte Horror vor der Maschinerie Krankenhaus, aber nicht vor dem Sterben. Und dann lag ich ein Jahr neben einer Mittsechzigerin, die seit 9 Jahren Leukämie hatte und um jedes Jahr kämpfte. Sie erzählte mir von Ihren Urlaubsreisen, von Ihren Kindern und Enkeln und von total trivialen Sachen. Zeigte Fotos und war immernoch total zuversichtlich, dass Sie noch ein weiteres Jahr packt. Verglichen mit Leukämie hatte ich halt eine "billige" Sorte Krebs, bei der man sich schon arg doof anstellen muss zu sterben. Mit gutem Selbstzerstörungsdrang hätte ich das aber diese Mal garantiert geschafft.... Jedenfalls wollte ich irgendwann selbst die Dinge sehen und erleben, von denen Sie sprach. Und bei einer Heilungswahrscheinlichkeit von >80% hab ich dann doch tatsächlich zu den 80% gehört. Und nur damit Ihr nicht denkt, dass danach mein Leben im dauer - super - rosa Neonlicht ablief: (es kamen danach durchaus noch weitere med. Diagnosen, die einen Menschen in Verzweiflung stürzen können - aber meine sonstige Krankenakte geht Euch nichts an!!! ), Doch es war irrelevant,es hat nur ganz wenige Auggenblicke danach gegeben, in denen ich wirklich depressiv - pessimistisch war/bin. Ich bin grundsätzlich mit meinem Leben, wie es zur Zeit ist noch nicht 100%ig glücklich, aber ich bin dem noch nie so nah gewesen. Und dafür hab ich keine großen philosophischen Bücher gebraucht, nur eine gut zahlende Krankenkasse  Aber das ist halt eben nur ein Punkt - wenn auch ein wesendlicher - der mich ausmacht. Deswegen - und vielleicht auch langsam wegen der Altersdistanz - kann ich leider über manche Treads hier (im Forum generell) nur müde lächeln oder traurig den Kopf schütteln. _______________________________________ Oje...das klingt jetzt viel altklüger als gewollt - aber ich werd es mal nicht löschen. _______________________________________ Enjoy the silence...
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